LPMM 2023/24

Am Rande des 6. Spieltages wurde in Schwarzheide die 2. Runde der diesjährigen Landespokal-Mannschaftsmeisterschaft ausgelost. Dabei kommt es am 04.05.2024 zu folgenden Paarungen:

SV Senftenberg – SC Caissa Falkensee
SG Lok Brandenburg – Potsdamer SV Mitte II
SSG Lübbenau II – Potsdamer SV Mitte I
USV Potsdam – Lok RAW Cottbus II

6. Runde LK Süd 2023/24

Hohenleipischer SV Lok I – SV Senftenberg
Spieltag: 17.03.2024

Ja welches Ziel sollte der Mannschaftsleiter uns für die heiße Phase der Saison wohl vorgeben?

Klassenerhalt? Nicht Verlieren? Siege, Siege noch mehr Siege? Und Spaß am Spiel? – Warum nicht gleich alles umsetzen?

Und es ist ja schon ungewohnt genug, öfters als sonst die Favoritenrolle zugeschoben zu bekommen. Was nicht nur daran liegt, dass wir Konstanten an den Brettern in dieser Saison haben, sondern auch im Rücken. Diesmal war wieder mal unser Gute Laune GlücksBär Markus samt Maskottchen Lucy mit von der Partie. Und unseren T.Rex an Brett 1 dürfen wir ja auch nicht vergessen.

In der 6. Runde der Landesklasse Saison 2023/2024 ging es auswärts gegen unsere Schachfreunde aus Hohenleipisch, 1.Vertretung. Und ja, ich muss sagen, sie haben uns schon einiges abverlangt an Sitzfleisch, auch wenn es nach 150 Minuten schon 3.5 zu 0.5 für uns stand.

Klaus-Dieter an Brett 1 hatte mit seinem weißen katalanischen Aufbau gegen einen recht soliden Gegner diesmal alle Hände voll zu tun. Er graste das Brett von oben bis unten ab, lavierte hin und her und steckte einen Bauern nach dem anderen ins Geschäft. Im Nachhinein wundert es mich, dass die Engine bei 2 Minusbauern doch noch in der Nähe von -0.5 liegt. Man darf ein Kamel eben nicht anfüttern, dann hört es nicht auf zu essen. Wie bei unserem Klaus-Dieter, der im Blitzen in dann ausgeglichener Stellung jeden achso kleinen Fehler ausnutzte und den Sieg über die Zeit brachte.

Mit Schwarz spielend bekam ich (Jens) an Brett 2 Englisch serviert, was bei meiner Vorbereitung anscheinend nicht die beste Wahl war. Nach Opfern eines Zentrumbauerns konnte ich einen Springer auf d3 einpflanzen und ein Figurengewinn lag auch in der Luft. Nach misslungenen aber trickreichen Gegenspielversuchen, gab mein Gegner resignierend auf.

Andreas an 3 konnte im Morra-Sizilianer nach einem taktischen Einschlag auf f7 einen Damengewinn verbuchen und nach Aufgabe des Gegners verdient herausragendes Essen im Spiellokal genießen. Das Kiebitzen dagegen kostete das eine oder andere Haar.

An Brett 4 ging diesmal unser Mannschaftsleiter Daniel, gewohnt solide, dennoch nach hinten raus immer leicht unzufrieden (unbegründet!), mit seinem geliebten Königsinder zu Werke. Die abwartende Haltung des Gegners spielte Daniel jedoch in die Hände und es zogen langsam Gewitterwolken in Richtung des weißen Königsflügels. Mit starken Zentrumsbauern auf f4 und e4, Läufern auf e5 und d5 bei halboffener g-Linie sah es auch nicht gut bestellt aus um den weißen König. Auch ein Turmreinschlag gab Weiß nicht die nötige Entlastung und besiegelte den nächsten Sieg. Da kann auch mal der Mannschaftsleiter mit sich und der Mannschaftsleistung an diesem Tag zufrieden sein!

Auch unsere Allzweckwaffe Manfred hatte am Brett 5 Sizilianisch auf dem Brett in fast analoger Stellung wie an Brett 3 mit Motiv eines Damengewinns bei f7-Reinschlag. Manfred blieb durch die umsichtige Verteidigung des Gegners aber nur ein Bauerngewinn, aber dennoch die klar bessere Stellung. Ungewohnte Ungenauigkeiten von unserem Endspiel-Großmeister mit dem Drang den a-Freibauern bis auf die Grundreihe vorzupeitschen, kosteten den Sieg und fast das Remis (Abtausch Turm gegen 2 Leichtfiguren bei leichterem Spiel für Schwarz?!) und uns paar Haare. Also Remis mit viel Luft nach oben in Sachen Chancenverwertung 😉

An Brett 6 und 7 war wieder die Familie Kühn am Start. Torsten unser Theoriefuchs (von mir auch liebevoll der „Senftenberger Gigant“ genannt, wer ihn kennt weiß warum) brachte wie gewohnt gegen einen DWZ stärkeren Gegner eine solide Leistung und erstickte im Skandinavier jegliche Angriffsversuche im Keim. Leider fruchteten auch nicht die eigenen Offensivbemühungen, sodass es auch hier zu einem verdienten Remis kam.

Felix an 7 dagegen musste mit Weiß im Sizilianer sich anfänglich gegnerischen Sticheleien erwehren. Trotz viel Zeitverbrauch, fand sein Gegner keinen Zugriff und kämpfte in Zeitnot erst gegen den drohenden Bauernverlust (üblich im Sizilianer beim rückständigen d6 Bauern nach e5) und dann gegen die Niederlage. Eine falsche Abwicklung im Endspiel mit Mehrbauern kostete Felix leider den sicher geglaubten Sieg. Aber gegen einen 200 DWZ stärkeren Gegner sollte dieses Remis sich dennoch wie ein Sieg anfühlen und mit mehr Zeitinvestition bei spielentscheidenden Stellungen wird sich auch der Erfolg mehr und mehr einstellen!

Vielleicht schon bei der kommenden Landeseinzelmeisterschaft der Jugend, wo wir Felix, Max und Edgar natürlich an dieser Stelle auch viel Erfolg wünschen. Und der Spaß sollte dabei auch nicht zu kurz kommen!

Und nun zu unserem Theoriehai und Schach-Allrounder (verbirgt noch viel sein schachliches Talent) in persona am 8. Brett. Markus, diesmal als Vertretung von Max, nahm von Beginn an seinen Gegner mit Schwarz mit SNIPER (Schachliche Theorieliebhaber fürs Detail kennen sich aus) ins Visier. Durch einen soliden Aufbau des Gegners samt Zentrumsbesetzung ließ ein Durchbruch zwar lange auf sich warten, aber mit zunehmenden Figurenabtausch und Eindringen am Damenflügel kam die weiße Bastion mehr und mehr ins wanken. Und gepaart mit taktisch gut ausgeprägter Spielführung brachte Markus bei seinem Debüt in dieser Saison den vollen Punkt sicher über die Ziellinie und es macht Lust auf mehr 😉

Fazit:

6.5 : 1.5 SIEG

Klassenerhalt → CHECK
Nicht Verlieren → CHECK
Siege, Siege noch mehr Siege → CHECK
Und Spaß am Spiel → CHECK
ALLES UMGESETZT…NOCH FRAGEN ???

Kurz & Knapp: Herausragende Mannschaft mit Lust auf mehr und Blick auf die vorderen Plätze!

Jens Schneider

Impressionen aus dem Spiellokal

5. Runde LK Süd 2023/24

SV Senftenberg ESV Lok RAW Cottbus I
Spieltag: 25.02.2024

Der Favorit zu Gast in Senftenberg

Senftenberg und Cottbus verbindet so einiges, auch regional. Die Städtepartnerschaft, die BTU und für mich persönlich im Fußball der SC Aktivist Brieske-Senftenberg (FSV Glückauf) mit Energie (SC).

Mit rund 4 Mal so viel Einwohnern wird Cottbus auch immer Favorit im Lande sein. Das spiegelt sich auch in der Tabelle der Landesklasse-Süd wieder. RAW als ehemaliger Landes- und Oberligist rangiert auf Platz 2. Aber auch die Senftenberger haben eine lange große Tradition, die ausgebildete Spieler bis in die Bundesliga entsandten. Die Tagesform der einzelnen Spieler wird heute entscheiden.

Cottbus kam mit fast voller Kapelle. „Nur“ ihr Punktegarant am 8. Brett fehlte überraschend und könnte das Zünglein an der Waage werden. Wir mussten Peter und Marco ersetzten, hatten aber mit Kreismeister Manfred „Mülli“ unseren Edeljoker dabei. In den ersten 2,5 Stunden rauchten keine Friedenspfeifen, sondern die Köpfe. Die Einstellung Aller war ganz klar auf Sieg von den Mannschaftsleitern ausgegeben.

Die 1:0 Führung gab es „standesgemäß“ als Meister bei Manfred am 6. Brett. Seinen Läufereinschlag auf f7 vermochte sein Gegner nicht mehr zu kompensieren. Den Ausgleich konnte Max (Meister REM u18) an 4 nicht verhindern. Nach ausgeglichenem Eröffnungsverlauf im Damenbauernspiel brachte ein Turm-Einsteller im Lavieren der Figuren das sofortige Ende. Spannende Partien gab es am 8. Brett bei Felix (Meister REM u14), der früh eine Leichte gewinnen konnte und Andreas an 3, der gefühlt ausgangs der Eröffnung immer etwas gedrückt stand. Bei Felix standen ab und zu meine immer mehr gräulicheren Haare zu Berge. Nach Irrungen und Wirrungen konnte er aber die Partie gewinnen. Andreas hatte, wie so oft in der Analyse, eine ganz klare Gewinnmöglichkeit. Verpasste diese aber in Zeitnot und verlor sehr unglücklich. 2:2

Stellung: Julia Kirst – Andreas Schroetel:

Statt …. Df8 wäre es Sg4+ gewesen

Kurz vor der Zeitkontrolle wähnte sich der ML in Gewinnstellung. Wer sagte so sinngemäß vielsagend: „das Schwierigste am Schach ist eine gewonnene Stellung zu gewinnen“? Mit wenig Zeit auf der Uhr, zu schwierig für mich. Am Ende der Partie muss ich sogar genaue Züge finden, um das Remis zu erreichen.

Im Kampf der Giganten am 1. Brett, hatte Klaus-Dieter mit Schwarz in der Eröffnung und ausgangs zum Mittelspiel viel Zeit investiert. Für mich sah der Einschlag des Cottbusers auf c6 wie ein Einsteller von K.D. aus. Das und noch viel mehr unterscheidet den ML vom FM. Führung 3,5:2,5

Für mich sitzt aber unser Gigant für die Zukunft am 2. Brett. Meiner Meinung nach würde Jens mit viel mehr Spielpraxis und Turnieren in den Knochen sein Schachwissen auf ein (noch) viel höheres Spielniveau heben. Gegen A. Lehmann reichte zumindest ein Unentschieden für das zwischenzeitliche 4:3 und ein Mannschaftspunkt war gesichert.

Also blieb die Entscheidung mal wieder am „Langen“ hängen. Ich konnte zuerst nicht so richtig verstehen, warum Torsten in seinem Skandinavisch so viel Zeit brauchte. Zu viele Partien an den Spieleabenden (Donnerstag ab 18.00) hatten wir so ausgefochten. Letztendlich war er immer um den vollen Punkt bemüht. Als ein Halber reichte, wickelte er in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel mit Minusbauern ab und sicherte den Mannschaftssieg zum 4,5:3,5. Was wären wir nur ohne Familie Kühn?

Fazit: Zünglein hin oder her, großer Kampfgeist, dran an der Tabellenspitze und immer sehr gesellig nach den Punktspielen. Welches Ziel soll ich vorgeben?

ML Daniel Richter

3. Runde LK Süd 2023/24

SV Senftenberg – Ludwigsfelder SC I
Spieltag: 03.12.2023

Leise rieselt der Schnee und wir zittern zusammen (mit unserem Mannschaftsleiter), dass wir diesmal die Schachkrimis übersteh´n….dabei ging es anfangs ruhig und friedlich zu, wie es auch in der Weihnachtszeit sein sollte.

In der 3.Runde der Landesklasse Saison 2023/2024 ging es Zuhause gegen einen Altbekannten aus der letzten Saison – dem Ludwigsfelder Schachclub, 1.Mannschaft. Zwischendurch hatte ich auch ein Déjà-vu (damalige 3:5 Niederlage)… naja nicht ganz … wo ich ja diese Saison den Luxus habe Zuhause mit Weiß zu spielen und wir durch unseren neuen „Altzugang“ am 1.Brett einen Punktegaranten 4.0 hinzugewonnen haben. Aber nun zu ein paar schachlichen Fakten …

Klaus-Dieter an Brett 1 mit Schwarz bekam es mit meinem und auch seinem Gegner aus der letzten Saison zu tun und er schien eröffnungstechnisch gut präpariert gewesen zu sein, wie man es von ihm kennt. Gleich zu Beginn der Fantasy-Variante in der Caro-Kann Verteidigung ließ er einen Bauernopfer vom Köcher, was Weiß regelrecht zum Grübeln brachte. Weiß entschied sich für das falsche Abspiel und steckte einen Springer ins Geschäft für 2 Bauern + Freibauer auf der 6.Reihe inklusive verlorenes Rochaderecht für beide Seite. Und dann noch die Schwarze Dame im eigenen „Fleisch“ auf f2… – kleine Fingerübungen von Klaus-Dieter reichten dann aus, um sein Punktsieg offiziell zu machen.

Ich (Jens) mit Weiß spielend an Brett 2 hatte mich im Vorfeld auf den Versuch eines soliden Franzosen meines Gegners vorbereitet, um gleich zu Beginn meinen Gegner auf unbekannte Pfade zu lenken. Durch den schwarzen Zentrumsvorstoß (S: c5/d4), ergab sich die Möglichkeit den schwarzen Springer auf f6 durch e5/f4 auf die Grundlinie nach e8 zu zwingen. Und nach Schwächung der schwarzen Felder ließ ich es mir nicht nehmen nach Lb4 den eingeklemmten Turm auf f8 einzusammeln. Nachträglich aber betrachtet, wäre eine Stellungsverstärkung aber besser angebracht gewesen…aber was hat, da hat man. Auch wenn die gegnerische Läufer-Dame Batterie auf der a8-h1 Diagonale meinem Gegner Chancen eröffnete, war es am Ende zu viel des Guten und mein Gegner gab auf.

Andreas an 3 hatte da mehr zu schwitzen und sah sich einem aggressiven Engländer (W: c4/b4) ausgesetzt. Und Weiß gelang es auch den schwarzen Damenflügel zu unterminieren und nach Öffnen der c-Linie einen rückständigen Bauern auf c7 als Ziel der Angriffsbegierde auszumachen. Weiß verstärkte den Druck auch Zug um Zug, sodass Schwarz alle seine Figuren auf die Verteidigung der Schwächen im eigenen Lager ausrichten musste. Mit zunehmender Zeitnot jedoch überzog Weiß und sah sich mit einem Endspiel mit Leichtfigur weniger konfrontiert, was Andreas mit gewohnter Senftenberger Manier über die Ziellinie brachte.

An Brett 4 war wieder einer unser Geheimwaffen im Einsatz…Peter. Mit Weiß spielend bekam er eine für ihn sehr wohlwollende Abwandlung der Philidor-Verteidigung (W: e4, d4/S: c6, d6, e5) auf das Brett und er hatte auch zu jeder Zeit alle taktischen Finessen fest im Blick. Denn nach einer Abtausch Lawine mit Bauerngewinn, zog sein Gegner selbst ein Mattnetz um sich, aus dem es kein Entrinnen mehr gab.

Max an 5 hatte vielleicht die unauffälligste Partie an diesem Tag auf dem Brett. Viele seiner Figuren konzentrierten sich anfangs auf die Grundlinien, es war auch nicht viel los und nach Abtausch einiger Figuren entschied man sich friedwollend auf Unentschieden.

Bei unserem Mannschaftsleiter (Daniel) am Brett ging es im Grunde anfangs auch sehr ruhig und gemütlich zu bis zum gegenseitigen Bauernsturm auf die Könige. Bei heterogenen Rochaden war Daniel gefühlt auch einen Schritt schneller mit den Bauern (W: a4, bxa6/S: h5, g4), aber Unachtsamkeiten in der Zugfolge ließen ihn die Dame ohne richtige Kompensation einbüßen und er gab auf.

Marco mit Schwarz an Brett 7 hatte nach der Eröffnung mit einer unglücklichen Aufstellung seiner Figuren zu kämpfen (W: Lf4, e5/S: Sh6, Lc7), auch wenn er stetig versuchte den Druck auf das gegnerische Lager zu erhöhen. Weiß verteidigte sich umsichtig und erhöhte seinerseits den Druck bis zu dem Punkt, an dem Schwarz die Niederlage sich leider eingestehen musste.

Torsten unser Dauer-Weißspieler (was für ein Glückspilz…hoffe er langweilt sich nicht) wollte es an Brett 8 eigentlich ruhig angehen lassen, aber sein Gegner entschied sich für eine sehr offensiv ausgelegte Pirc Aufstellung (zugelassener Weißangriff auf den Königsflügel). Das brachte Schwarz zwar einen Bauerngewinn auf h4 und anfangs auch das Zurückdrängen der gegnerischen Figuren ein, aber zugleich lebte er jetzt auch viel gefährlicher, u.a. auch wegen der „beinahe“ offenen h-Linie. Und das sollte sich schlussendlich auch rächen und dem Senftenberger Giganten einen weiteren Punkt auf der Scoring-Liste einbringen.

Fazit: Auch wenn nach einem zwischenzeitlichen Rückstand (1.5 : 2.5) Erinnerungen an die letzte Saison hochkamen, kann man am Ende mit dem Ausgang (5.5 : 2.5 SIEG) rundum zufrieden sein und sich mit breiter Brust in die nächsten Vergleichskämpfe stürzen und das hoffentlich ohne Schachkrimi und Schweißperlen für unseren Mannschaftsleiter!

Und in dem Sinne wünsche ich im Namen der Senftenberger Schachfreunde Allen eine schöne Weihnachtszeit!

Jens Schneider

2. Runde LK Süd 2023/24

Potsdamer SV Mitte III – SV Senftenberg

Spieltag: 19.11.2023

Wenn es draußen gießt wie aus Kübeln, spielt man am besten Schach in der warmen Stube. Oder fährt extra in die Landeshauptstadt, was immer eine Reise wert ist. Nach unserem unglücklichen Start in die Saison wollten wir es am vergangenen Sonntag unbedingt besser machen. Gegen die 3. Mannschaft von Mitte waren wir vom Papier her an fast allen Brettern favorisiert. Aber jede Partie muss erst einmal gespielt und gewonnen werden.

Die 1:0 Führung für uns war noch die leichteste Übung. Der Gegner eures Berichterstatters erschien nicht, so dass ich diesmal eine fehlerfreie Partie vorzuweisen hatte, ohne eine Figur zu ziehen. Ich war also zum Zuschauen verdammt. Schwitzen, mitfiebern, Kaffee trinken und leckeren Kuchen essen, kam auch noch dazu.

Alle Senftenberger kamen gut aus der Eröffnung. Leider bisweilen mit enormen Zeitverbrauch. Torsten am 7. Brett hatte die weißen Farben und musste sich mit Holländisch auseinandersetzen. Er spielte solide, aber einen Tick zu passiv. Trotzdem versuchte er bis ins Endspiel alles. Aber die Partie verflachte nach 2 ½ Stunden zum gerechten Remis. Neben Torsten spielte sein Sohnemann Felix am 8. Brett. Mit Schwarz opferte er in der Eröffnung einen Bauern für großen Entwicklungsvorsprung. Das zusätzliche gute Figurenspiel bescherte Felix mehr als Ausgleich. Sein Gegner musste eine Qualität geben, um noch im Spiel zu bleiben. Alles sah nach einem schnellen Ende aus. Leider verlor Felix den Faden und das Mehrmaterial. Ein Blackout beendete die Partie dann sofort. Ausgleich 1 ½ : 1 ½

Nach 3 Stunden konnte ich nicht abschätzen, wie das hier heute ausgeht. Großer Kampfgeist an allen Brettern und allen Beteiligten. Dann brachte uns Peter wieder in Führung. Am 4. Brett gab es bei ihm Damengambit. Nach und nach konnte er seine schwarze Stellung verbessern und mittels Zentrumsbauer sehr aktiv werden. Hier war es ein Figurengewinn, der die Partie abrupt beendete.

Eine halbe Stunde später hatte Andreas ein Einsehen und stellte seine Gewinnversuche ein. Am 3. Brett servierte ihm sein erfahrener Gegner eine moderne Variante (2.Sf6) im Skandinavier, was schnell sehr scharf werden kann. Aber aus einem ruhigen Verlauf, versuchte Andreas einen Angriff am Königsflügel aufzuziehen. Das temporäre Räumungsopfer auf f5 sah hübsch aus, reichte aber nicht für Vorteil. Nachdem fast alle Figuren das Brett verließen, war das Unentschieden unterschriftsreif. 2:3

Nach über 4 Stunden brachte Jens an 2 mit den schwarzen Steinen seine sehenswerte Partie nach Hause. Im sizilianischen Gambit mit b4 investierte er viel Zeit, um die richtigen Züge zu finden. Aber Mehr-Bauer ist ein Bauer mehr. Im Mittelspiel konnte Jens die Initiative an sich reißen und mit taktischen Nadelstichen gespickt den verdienten Sieg einfahren.

Endstellung nach Sd2

Damit war der Drops noch lange nicht gelutscht, denn die Stellungen am 1. und 5. Brett standen auf Messers Schneide.

Klaus-Dieter am Spitzenbrett tauschte im Trompowsky früh seinen Läufer gegen den Springer auf f6. Er meinte, ungenau weitergespielt zu haben und sah sich dadurch dem starken gegnerischen Läuferpaar ausgesetzt. Mit dem Pfund in der Tasche hielt der Potsdamer ML die Partie lange im Gleichgewicht, vielleicht sogar mit leichten Vorteilen. Erst nach 4 ½ Stunden schlug das Pendel, in der Zeitnotphase, in die Senftenberger Richtung. Diesmal also der Matchpoint von Klaus-Dieter! 2:5

Max erwiderte an 5 den Königsinder mit der Sämisch Variante. Er spielte erst am Damenflügel und versuchte im Folgenden einen Angriff am Königsflügel. Schwarz opferte gegen den Angriff einen Springer um seinerseits einen Konter gegen den weißen König zu setzen. Das sah auch alles sehr gefährlich aus. Max verschaffte sich sogar einen Anton-Freibauern, versäumte aber die genaue Verteidigung seines Königs. So rettete sich sein Gegenüber ins Dauerschach. 2 ½ : 5 ½
Siiiiiieg

Das war ganz harte Arbeit und kostete richtig Körner. Bereits in 2 Wochen steht Ludwigsfelde vor der Tür.

Mit dicken Bäuchen ging es dann, im immer noch verregneten Sonntag, nach Hause. Vielen Dank an den Gastgeber für die großartige Bewirtung!

ML Daniel Richter

23. Spreewaldpokal

Am vergangenen Sonnabend waren vier Senftenberger Schachfreunde zum Spreewaldpokal (Gurkenturnier) der SSG Lübbenau in Duben.
Nach sehr durchwachsener Leistung erreichten Klaus-Dieter, Marco, Andreas und Daniel (Bretter 1-4) einen 11. Platz in dieser Schnellschach-Disziplin. Nur unser Spitzenbrett überzeugte mit 7,5 von 9 Punkten. Ein leckeres Gurkenglas fiel trotzdem für jeden von uns ab.

Vielen Dank an den Ausrichter!
Daniel Richter

Hier ein Bericht von Sabine Herrmann (veröffentlicht auf www.lsbb.de)