3. Runde Landesklasse Süd 2022/23

ESV Lok RAW Cottbus I – SV Senftenberg

Bei unserem Auswärtsspiel in Cottbus mussten wir viele Stammkräfte ersetzten. Sprichwörtlich mit dem letzten Mann konnten wir unsere 8-er Mannschaft (auf)füllen. Um es vor weg zu nehmen: Unsere „Jugendbrigade“ im Unterhaus hat sich wacker geschlagen. Große Anerkennung gab es dafür auch vom Gegner. Im Oberhaus kam mal wieder „Edeljoker“ Markus zum Einsatz mit Maskottchen namens Lucy.

Meine Devise vor dem Schachspiel lautet: pünktlich, nüchtern und ausgeschlafen. Euer Berichterstatter konnte diesmal ausnahmsweise nur eines dieser Kriterien erfüllen. Mein Remis-Angebot nach 2 Stunden am 2. Brett mit den schwarzen Steinen wurde nach 45-minütiger Bedenkzeit angenommen. Dazu gesellte sich wenig später noch ein halber Punkt von Torsten am 3. Brett. Im ausgeglichenen Turmendspiel konnte auch sein sehr starker Gegner nichts mehr ausrichten. Leider musste Markus an 4 nach einer turbulenten Partie die Segel streichen. Schade, dass sein mutiger Königsangriff nicht belohnt wurde. Deshalb und Dank der unterhaltsamen Spielart wird seine Gegnerin die Partie lange im Gedächtnis behalten. 2:1

Danach schlug die Stunde unser „Jugendbrigade“. Fast. Alle standen gut bis prächtig. Leider kippten nach ca. 3,5 Stunden dann die Stellungen von Jan und Felix an den Brettern 7 und 6. Noch konnte sich die enorme Erfahrung der Gegner durchsetzen. Nun folgte der tragische Moment des Sonntags. Am 8. Brett stand Robin ganz klar auf Gewinn und hatte eigentlich auch genügend Zeit. Punktspiele werden in der Landesklasse, seit ich denken kann, mit 40 Zügen für 2 Stunden gespielt. Dann hat man die Zeitkontrolle erreicht und bekommt zusätzliche 30 Minuten. Robin wähnte sich aber bereits nach 36 Zügen am Ziel und überschritt im 38. Zug die Zeit. Das hilflose Zusehen war grauenvoll. Die Mannschaftsniederlage mit 1:5 besiegelt. Doch dann gab es nochmal großes Kino, das für vieles entschädigte. Max spielte am 5. Brett (!) forsch und zügig nach vorn, drängte seinen starken Gegner (400 DWZ mehr) in die Defensive und konnte einen Qualitätsgewinn nebst guter Stellung verbuchen. Dann verlor er etwas den Faden und musste sich 2 weit vorgerückten Freibauern erwehren. Letztendlich fand er einen Weg mit Dame und Turm den gegnerischen König so zu bedrängen, dass er sich in einem Mattnetzt verhedderte. Ganz starke 3 Punkte aus 3 Partien stehen bei ihm zu Buche.

Für einen (fast) krönenden Abschluss sorgte Andreas am Spitzenbrett. Nach über 4,5 Stunden und 70 Zügen rang er seinen Gegner nieder und belohnte sich so mit dem ganzen Punkt und einer Klasseleistung. In einer seltenen Variante im Caro-Kann hatte er mit Weiß spielend bald großen Entwicklungsvorsprung, sein Gegenüber mehr Raum durch Bauernvorstöße. Um die Stellung am Königsflügel zu öffnen, gab Andreas einen Bauern. Es entstanden viele Drohungen, die der Gegner nicht alle parieren konnte. Die Verwertung der gewonnen Qualität war nicht einfach, aber im Endspiel von Schwarz auch nicht mehr zu verhindern.

Fazit: Anders als beim letzten Punktspiel angedeutet, wird dieser Sonntag trotz der 5:3 Niederlage in guter Erinnerung bleiben. Bei der Spielweise, gerade unserer Jugend, wird mir um die Zukunft nicht bange. Und vielleicht gibt es ja in der nächsten Saison schon die neue Bedenkzeit Regelung…

ML Daniel Richter

ESV Lok RAW Cottbus I5 - 3Sportverein Senftenberg
Oybek Mamatkulov0 - 1Andreas Schroetel
Alexander Lehmann0.5 - 0.5Daniel Richter
Rainer Lehmann0.5 - 0.5Torsten Kühn
Julia Kirst1 - 0Markus Fiedler
Toni Schulz0 - 1Max Leonard Oldenburg
Dietrich Heßmer1 - 0Felix Kühn
Joachim Kutschka1 - 0Jan Oldenburg
Reinhard Loerke1 - 0Robin Köster
PlatzMannschaftSRVMan.Pkt.Brt.PktBerl.Wrt.
1Forster SC II30061555
2Hohenleipischer SV Lok I21051355.5
3ESV Lok Falkenberg I12041569
4ESV Lok RAW Cottbus I201413.559
5Glaskönig Döbern I201410.553.5
6Schachclub Senioren Cottbus I10221256.5
7Sportverein Senftenberg102211.551.5
8Ludwigsfelder Schachclub I102210.547
9USV Potsdam II01211052.5
10SV Königsspringer Herzberg0030940.5

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